Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren unermüdlichen Kampf um Demokratie in Belarus
Evi HeuserMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren unermüdlichen Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für Demokratie in Belarus – ein Kampf, den sie trotz jahrelanger Haft fortsetzt. Seit sie in Deutschland lebt, konnte sie die Ehrung nun endlich persönlich entgegennehmen – vier Jahre, nachdem sie ihr erstmals zugesprochen wurde, während sie noch inhaftiert war.
Der Karlspreis zelebriert Verdienste um die europäische Einigung. Kalesnikava wurde für ihren unermüdlichen Einsatz für demokratische Rechte in Belarus ausgezeichnet. Während sie aus politischen Gründen inhaftiert war, erfuhr sie später von der Preisverleihung und sah darin eine kraftvolle Botschaft europäischer Solidarität.
Erst vor wenigen Monaten wurde sie freigelassen, doch täglich denkt sie an diejenigen, die noch immer im Gefängnis sitzen. Die Freiheit bleibt ambivalent, denn Freunde und Mitstreiterinnen werden weiterhin für ihr Engagement inhaftiert. Gemeinsam mit den Aktivistinnen Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja kämpft sie weiter für Veränderung – überzeugt davon, dass ein demokratisches Belarus entstehen wird, auch wenn der Fortschritt langsam ist.
Bei der Zeremonie äußerte Kalesnikava überwältigende Freude, betonte aber zugleich die Notwendigkeit anhaltender Unterstützung. Sie rief die europäischen Regierungen auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten und sowohl die im Exil lebenden Belarussen als auch jene zu stärken, die im Land gegen die Diktatur Widerstand leisten.
Der Preis unterstreicht Kalesnikavas langen Kampf für Demokratie – eine seltene Anerkennung für Aktivisten aus autoritären Regimen. Ihre Arbeit geht weiter, getragen von Verbündeten im Exil und innerhalb Belarus'. Die Auszeichnung markiert nicht nur einen persönlichen Meilenstein, sondern ist auch ein Aufruf zu stärkerem europäischem Engagement für ihre Sache.