Lehrkraft kocht im TV – trotz offizieller Krankschreibung droht Disziplinarverfahren
Edgar WilmsenVertretungslehrer soll in Kochshows aufgetreten sein - Lehrkraft kocht im TV – trotz offizieller Krankschreibung droht Disziplinarverfahren
In Nordrhein-Westfalen droht einer Lehrkraft disziplinarische Maßnahmen, nachdem sie während ihrer offiziellen Krankschreibung in Fernseh-Kochsendungen aufgetreten ist. Die Bezirksregierung Köln hat nach Prüfung des Falls nun ein Verfahren gegen die betroffene Person eingeleitet. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie langfristige Krankschreibungen im öffentlichen Dienst des Landes überwacht werden.
Der Vorfall wurde bekannt, als die Lehrkraft in zwei verschiedenen Kochformaten gesichtet wurde – obwohl sie sich offiziell in längerer Krankschreibung befand. Nach Auswertung der Angaben der Betroffenen sahen die Behörden ausreichend Gründe für disziplinarische Schritte.
Der Fall hat eine breitere Debatte über die Handhabung von Krankschreibungen ausgelöst. Aktuellen Zahlen zufolge befinden sich 1.388 Schulmitarbeiter in Nordrhein-Westfalen im langfristigen Krankstand, die dem Bildungsministerium unterstehen. Doch nur 55 Prozent dieser Beschäftigten wurden bisher offiziell ärztlich begutachtet.
Kritik kommt vor allem von der FDP, die die Praxis in solchen Fällen infrage stellt. Als Reaktion darauf hat die Landesregierung angekündigt, die Verfahren zur Verwaltung langfristiger Fehlzeiten im öffentlichen Dienst zu überprüfen.
Der Lehrkraft drohen nun formelle Disziplinarmaßnahmen, während die Ermittlungen weiterlaufen. Gleichzeitig zielt die geplante Überprüfung der Landesregierung darauf ab, die Kontrolle über Krankschreibungen bei Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst zu verschärfen. Mögliche Folgen könnten strengere Prüfungen von ärztlichen Attesten und ein verbessertes Fehlzeitenmanagement an Schulen sein.






