Henkel kämpft mit steigenden Kosten durch Ölpreise und Lieferkettenprobleme
Edgar WilmsenHenkel kämpft mit steigenden Kosten durch Ölpreise und Lieferkettenprobleme
Henkel, Hersteller bekannter Marken wie Persil und Schwarzkopf, kämpft mit steigenden Kosten durch höhere Ölpreise und Lieferkettenengpässe. Unternehmenschef Carsten Knobel warnte, dass ein Aufschub von Preisanpassungen dem Konzern schaden könnte, da die Ausgaben weiter steigen.
Das Unternehmen, das weltweit rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, beschäftigt den Großteil seiner Belegschaft außerhalb Deutschlands – weniger als 20 Prozent arbeiten hierzulande. Mit einem Umsatz von etwa 20,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 bleibt Henkel ein Schwergewicht im Konsumgütersektor. Doch die Gewinne geraten unter Druck, da Lieferanten und Logistikunternehmen gestiegene Kosten weitergeben.
Die Krise trifft Henkel vor allem indirekt: Steigende Ölpreise treiben die Material-, Transport- und Produktionskosten in die Höhe. Dennoch bleiben Marken wie Persil und Schwarzkopf bei den Verbrauchern beliebt – Kunden kaufen sie trotz Preiserhöhungen weiter. Um weitere Anpassungen zu rechtfertigen, setzt das Unternehmen auf Produktqualität und Wettbewerbsvorteile.
Regionale Nachfrage zeigt gemischte Trends In Nordamerika verzeichnete Henkel im vergangenen Jahr ein starkes Wachstum von 8 bis 10 Prozent, angetrieben durch Premium-Wasch- und Haarpflegeprodukte. In Schwellenländern wie Lateinamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum stieg die Nachfrage moderat um 4 bis 6 Prozent, da sich die Wirtschaft erholte. Westeuropa hingegen stagnierte oder verlor leicht (0 bis 2 Prozent) – bedingt durch Inflationsdruck. Osteuropa und der Nahen Osten wuchsen dagegen kräftig um 7 bis 9 Prozent.
Knobel äußerte die Hoffnung, dass sich der Konflikt, der die Krise befeuert, nicht das ganze Jahr hinziehen werde. Bis dahin muss das Unternehmen den Spagat zwischen Kostendruck und dem Erhalt des Kundenvertrauens in seine Marken schaffen. Henkels Strategie setzt auf die Stärke der Produkte, um Preisanpassungen durchzusetzen und regionale Nachfrageschwankungen zu meistern. Wie gut es gelingt, die steigenden Kosten zu managen, wird über die finanzielle Stabilität in den kommenden Monaten entscheiden. Vorerst treiben treue Kunden und das Premium-Segment die wichtigsten Märkte voran.






