14 March 2026, 06:47

Günther Jauch kauft Loriots Refugium am Starnberger See

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Berliner Restaurants mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen, einer Statue, Skulpturen und Pflanzen an den Wänden, mit Text unten.

Günther Jauch kauft Loriots Refugium am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Der verstorbene Komiker, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, lebte dort, nutzte das Anwesen jedoch kaum als Drehort. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, ist nun Besitzer dieses mit einem der beliebtesten Satiriker Deutschlands verbundenen Hauses.

Vicco von Bülow, der unter seinem Pseudonym Loriot Berühmtheit erlangte, drehte nur zwei Kinofilme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991). Beide spielten mit Evelyn Hamann in den Hauptrollen und wurden zu Klassikern der deutschen Komödie. Obwohl das Haus am Starnberger See sein privater Rückzugsort war, fanden die meisten Dreharbeiten an anderen Orten statt.

Für Ödipussi entstanden zentrale Szenen an Münchner Wahrzeichen wie dem Löwenbräukeller, dem Englischen Garten und dem Schloss Nymphenburg. Auch das Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure war zu sehen. Pappa ante Portas beginnt mit der Entlassung von Heinrich Lohse im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin-Kreuzberg, die den Niedergang der Familie einleitet. Spätere Szenen spielten im Münchner Glockenbachviertel, auf dem Viktualienmarkt und am alten Flughafen Riem. Die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter fand auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom statt.

Bevor Loriot Filme drehte, wurde er in den 1950er-Jahren mit satirischen Büchern bekannt. Titel wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft oder Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks zeigten seinen scharfen Witz. Sein 1976 entstandener Sketch Zimmerverwüstung demonstrierte, wie kleine Missgeschicke in ein absolutes Chaos eskalieren können.

Jauchs Kauf reiht sich in seine bisherige Praxis ein, kulturelle Stätten zu bewahren. So hatte er zuvor bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam finanziert. Seine Verbindung zu Loriots Erbe verleiht dem Anwesen eine zusätzliche Bedeutungsebene.

Das Haus am Starnberger See gehört nun Jauch, der Loriots komödiantisches Schaffen schätzt. Zwar diente es kaum als Drehort, doch bleibt es eng mit dem Schöpfer von Ödipussi und Pappa ante Portas verbunden. Beide Filme sowie seine frühen Bücher und Sketche festigten Loriots Platz in der deutschen Kulturgeschichte.

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