15 March 2026, 04:18

Großrazzia in NRW: Abfallhändler aus Unna wegen illegaler Müllentsorgung angeklagt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllentsorgung und Verschmutzung", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: Abfallhändler aus Unna wegen illegaler Müllentsorgung angeklagt

Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: 63-Jähriger Abfallhändler aus Unna wegen illegaler Müllentsorgung angeklagt

Eine groß angelegte Ermittlung zu illegalen Mülldeponien in Nordrhein-Westfalen hat zu Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallvermittler aus Unna geführt. Die Behörden vermuten ein kriminelles Netzwerk, das in großem Stil gefährliche Abfälle illegal entsorgt hat – betroffen sind zahlreiche Standorte in der gesamten Region.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität des Landes ermittelt bereits seit eineinhalb Jahren in dem Fall. Der Beschuldigte, der seit Oktober 2023 in Untersuchungshaft sitzt, muss sich wegen des Betriebs illegaler Müllanlagen, der unerlaubten Handhabung gefährlicher Stoffe und organisierten Betrugs verantworten. In seiner Vorstrafe finden sich Bestechung, Steuerhinterziehung sowie eine frühere Verurteilung wegen der illegalen Ablagerung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck zwischen 2010 und 2013.

Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände aus seinem Fahrzeug. Die Untersuchungen richten sich mittlerweile gegen mehr als 40 Verdächtige, die seit Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert haben sollen, um sie illegal zu entsorgen. Zu den kontaminierten Orten zählen der Tagebau Garzweiler, ein Gewerbegebiet in Selfkant, wo 23.000 Tonnen belastete Erde abgeladen wurden, sowie Kiesgruben in Kamp-Lintfort mit ähnlichen Mengen.

Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für ihre Abfälle zur Verantwortung zu ziehen. Das zuständige Entsorgungsunternehmen steht jedoch noch nicht vollständig für die illegalen Ablagerungen gerad.

Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden ihr Augenmerk auf das größere Netzwerk ausweiten. Der Angeklagte bleibt in Haft; weitere juristische Schritte werden erwartet. Die rechtlichen Maßnahmen Gelsenkirchens deuten auf einen wachsenden Druck auf Abfallproduzenten hin, unter verschärften Vorschriften für eine ordnungsgemäße Entsorgung zu sorgen.

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