22 April 2026, 04:23

EU kämpft gegen illegale Kosmetik – doch gefährliche Produkte bleiben im Umlauf

Rotes und gelbes Schild mit der Aufschrift "Organisches Peroxid 5.2", das eine gefährliche Substanz anzeigt.

EU kämpft gegen illegale Kosmetik – doch gefährliche Produkte bleiben im Umlauf

Die EU geht gegen verbotene Kosmetikprodukte vor – doch illegale Waren erreichen weiterhin die Verbraucher. Seit 2012 wurden über 4.000 unsichere Artikel aus den Regalen genommen. Nun könnte eine entscheidende Abstimmung im April 2026 die Durchsetzung dieser Verbote verändern.

2025 durchsuchte die Europäische Kommission 1,6 Millionen Websites und stieß dabei auf mehr als 20.000 illegale Kosmetikprodukte. Viele davon wurden auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress verkauft. Das Rechercheportal CORRECTIV kaufte sogar drei verbotene Produkte online, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit dem verbotenen Stoff BMHCA bei Amazon. Zudem erwarb es im März 2023 ein Schwarzkopf-Glitzer-Haargel mit Lilial vom Fresh-Store.

Große Marken halten sich weitgehend an die Vorschriften. Henkel und Beiersdorf stellten den Verkauf von Produkten mit verbotenen Inhaltsstoffen nach den EU-Entscheidungen ein. Doch die Kontrolle bleibt lückenhaft. Deutsche Behörden prüfen jährlich rund 10.000 Kosmetikproben – manche werden gründlich analysiert, andere nur auf korrekte Kennzeichnung überprüft.

Die EU bewertet zudem neue Risiken. Glyoxylsäure, die in Haarglättungsmitteln enthalten ist, steht wegen ihrer Toxizität in der Kritik. Gleichzeitig warnt der Wissenschaftliche Ausschuss der EU für Verbrauchersicherheit (SCCS) vor Kosmetik mit Prostaglandin-Analoga, die Krebs- und Fruchtbarkeitsrisiken bergen könnten. Bei 800 neuen Kosmetikprodukten, die täglich auf den Markt kommen, und 600.000 bereits erhältlichen Artikeln steht die Aufsichtsbehörden vor einer wachsenden Herausforderung.

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Nächstes Jahr stimmen zwei Ausschüsse des EU-Parlaments über die sogenannte Chemicals-Omnibus-Änderung ab. Falls angenommen, könnte sie Fristen für den Verkauf längst verbotener Produkte verlängern – und damit die Restriktionen lockern.

Die EU hat zwar Tausende gefährliche Kosmetikartikel entfernt, doch der illegale Handel hält an. Die anstehende Abstimmung über die Chemicals-Omnibus-Änderung könnte die Kontrollmechanismen neu gestalten. Bis dahin bleiben die Behörden mit einem rasant wachsenden Markt konfrontiert: 600.000 Produkte – und täglich kommen Hunderte hinzu.

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