Essen nutzt Bierdeckel, um Bürger über Olympia 2030 zu befragen
Essen hat eine neue Methode eingeführt, mit der Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zur Bewerbung der Stadt für die Olympischen Spiele äußern können. Die Initiative mit dem Namen Pottdeckel (oder Ruhr-Untersetzer) nutzt Bierdeckel in lokalen Kneipen und Restaurants, um Gespräche anzuregen. Jeder bedruckte Untersetzer enthält Fragen zur Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2030 sowie QR-Codes für direktes Feedback.
Die Kampagne Pottdeckel Olympia ist Teil von Essens breiter angelegten Bemühungen, die Bürger der Rhein-Ruhr-Region in die Bewerbung einzubinden. Oberbürgermeister Thomas Kufen erklärte, die Bierdeckel brächten die Olympiadiskussion in den Alltag der Menschen und böten eine lockere Alternative zu offiziellen Veranstaltungen. Durch die Platzierung in Gaststätten und Restaurants hofft die Stadt, auch Personen zu erreichen, die sich sonst nicht beteiligen würden.
Die Untersetzer verfügen über zwei QR-Codes: Einer führt zu Informationen über die Rhein-Ruhr-Bewerbung, der andere leitet Nutzer zu einer anonymen Feedback-Plattform weiter. So können Anwohner ihre Meinungen direkt an die Verantwortlichen übermitteln, ohne sich formal registrieren zu müssen.
Das Essener Portal unsere Stadt entwickelte das Projekt gemeinsam mit der Privatbrauerei Jacob Stauder, die die Bierdeckel an die teilnehmenden Lokale verteilt. Künftige Ausgaben sollen sich auch anderen kommunalen Themen widmen und das Format über die Olympiadiskussion hinaus erweitern.
Die Rhein-Ruhr-Region ist eine von vier deutschen Regionen, die sich um die Austragung der Spiele 2030 bewerben – neben Berlin, München und Hamburg. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird im September 2026 den endgültigen Kandidaten auswählen.
Die Pottdeckel-Initiative verwandelt Alltagsgegenstände in Werkzeuge für den bürgerschaftlichen Dialog. Die Einwohner können sich nun beim gemütlichen Umtrunk zur Olympiabewerbung äußern. Die Stadt plant, ähnliche Kampagnen zu weiteren Themen zu starten, um den Austausch über den Sport hinaus lebendig zu halten.






