31 March 2026, 08:26

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag und faire Löhne

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter, der mit einer anderen Person vor einer bergigen, bewaldeten Kulisse steht, mit dem Text "Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag und faire Löhne

Beschäftigte der Duisburger Hafen AG kämpfen für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen, während die Spannungen wegen der Schichtplanung und der Bezahlung steigen. Eine aktuelle Umfrage der Gewerkschaft Verdi zeigt, dass 95 Prozent der Mitarbeiter einen Tarifvertrag fordern. Der Konflikt hat mittlerweile auch Politiker auf den Plan gerufen, darunter Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und den Duisburger Bundestagsabgeordneten Mahmut Mirze Edis (Linke).

Der Streit eskalierte, nachdem Beschäftigte dem Unternehmen vorwarfen, Schichtpläne erst in letzter Minute zu veröffentlichen. Viele kritisieren zudem inkonsistente Gehaltsstrukturen und das Fehlen einer Weihnachtsgeldzahlung, wodurch sie finanziell schlechter dastehen als Kollegen in anderen Häfen. Die Löhne in Duisburg liegen bereits unter denen in öffentlich betriebenen Standorten wie Wilhelmshaven, auch wenn aktuelle Vergleichsdaten zu Köln oder ähnlichen Häfen fehlen.

Markus Bangen, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, lehnte den Verdi-Forderungskatalog nach einem Tarifvertrag ab. Auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalens weigert sich, in den Konflikt einzugreifen. Dennoch fordert der Linken-Politiker Mahmut Mirze Edis sowohl Land als auch Stadt auf, über den Aufsichtsrat des Unternehmens Druck auszuüben.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die auch SPD-Parteivorsitzende ist, betonte unterdessen ihre Entschlossenheit, die Tarifbindung in ganz Deutschland zu stärken. Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (parteilos), der als möglicher Herausforderer von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei den anstehenden Landtagswahlen gilt, hat sich bisher nicht öffentlich positioniert.

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Der Konflikt bleibt ungelöst – die Belegschaft pocht weiter auf faire Behandlung, während politische Akteure ihre nächsten Schritte abwägen.

Die Forderung nach einem Tarifvertrag bei der Duisburger Hafen AG spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit Löhnen und Arbeitsbedingungen wider. Mit einer Unterstützung von 95 Prozent der Beschäftigten wächst der Druck auf Unternehmensführung und lokale Verantwortungsträger. Das Ergebnis könnte richtungsweisend für Tarifverhandlungen in der regionalen Hafenwirtschaft werden.

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