Duisburg kämpft mit KölnRheinRuhr um Olympische Spiele 2036 – ohne Neubauten
Traudl GertzDuisburg kämpft mit KölnRheinRuhr um Olympische Spiele 2036 – ohne Neubauten
Duisburg bewirbt sich gemeinsam mit der Initiative KölnRheinRuhr um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Stadt steht dabei in starker Konkurrenz zu Berlin, Hamburg und München. Eine zentrale Figur der Kampagne ist Nele Moos, Paralympics-Silbermedaillengewinnerin und heimische Athletin, die als offizielle Botschafterin für die Bewerbung fungiert.
Nele Moos, die bei den Paralympics 2024 in Paris Silber im Weitsprung gewann, begann ihre sportliche Laufbahn in Duisburg. Noch immer pflegt sie Verbindungen zu ihrem Jugendverein, Eintracht Duisburg 1848, auch wenn sie mittlerweile beim TSV Bayer 04 Leverkusen trainiert und an der Universität zu Köln Sonderpädagogik studiert. Als Local Hero der Bewerbung betont sie den offenen Charakter und den starken Gemeinschaftssinn Duisburgs – Eigenschaften, die die Stadt ihrer Ansicht nach zu einem idealen Austragungsort machen.
Das Konzept der Bewerbung setzt vollständig auf bestehende oder temporäre Sportstätten; Neubauten sind nicht vorgesehen. Zu den vorgeschlagenen Veranstaltungsorten in Duisburg zählen die Regattabahn für Rudern und Kanu sowie die Schauinsland-Reisen-Arena im Sportpark Wedau für Kletterwettbewerbe (Bouldern, Lead und Speed). Mit diesem Ansatz sollen die Kosten niedrig und die Nachhaltigkeit hoch gehalten werden.
Bald können die Bürger:innen mitentscheiden: Bis Mitte März erhalten rund 350.000 Duisburger:innen per Post Unterlagen für die lokale Abstimmung am 19. April 2026. Die Ergebnisse dieser Volksbefragung werden darüber entscheiden, ob die Stadt offiziell Teil der Bewerbung wird. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gibt dann am 26. September 2026 bekannt, welche Region als nationaler Kandidat ins Rennen geht.
Sollte Duisburg den Zuschlag erhalten, würden die Wettkämpfe in der bestehenden Sportinfrastruktur ausgetragen – teure Neubauten entfallen. Die Ergebnisse der April-Abstimmungen werden die Rolle der Stadt im KölnRheinRuhr-Projekt prägen. Die endgültige Entscheidung des DOSB im Herbst 2026 bestimmt, ob die Region als offizieller deutscher Bewerber antritt.