25 June 2026, 12:16

Bundeskabinett lockert Energiedienstleistungsgesetz – mehr Zeit für Rechenzentren und Unternehmen

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Bundeskabinett lockert Energiedienstleistungsgesetz – mehr Zeit für Rechenzentren und Unternehmen

Der Bundeskabinett hat Lockerungen des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) beschlossen. Die Änderungen betreffen Unternehmen und Betreiber von Rechenzentren, die nun längere Fristen und geringere Auflagen bei Energiemanagement und Abwärmenutzung einhalten müssen.

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Nach der überarbeiteten Fassung müssen Unternehmen erst dann ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einführen, wenn ihr jährlicher Verbrauch 23,6 Gigawattstunden übersteigt. Rechenzentrumsbetreiber erhalten statt zwei nun vier Jahre Zeit, um Effizienzziele zu erreichen. Die Pflicht zur Abwärmenutzung entfällt, sofern kein lokales Fernwärmenetz verfügbar ist.

Die Frist, bis zu der Rechenzentren ihren Strombedarf vollständig durch erneuerbare Energien ausgleichen müssen, wurde auf 2030 verschoben. Im Kern bleibt das Gesetz jedoch auf die Senkung des Energieverbrauchs und die Vermeidung von Verschwendung ausgerichtet – insbesondere für Betreiber von Rechenzentren.

Die Reaktionen auf die Neuregelungen fallen unterschiedlich aus. Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete die Reformen als „deutliche Entlastung“ für die Wirtschaft. Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) warf der Regierung dagegen vor, den Ausgleich zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verpasst zu haben. Linda Klapdor von Greenpeace kritisierte, die Änderungen schafften „neue Schlupflöcher für Tech-Konzerne“ und könnten zu höheren Emissionen führen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach von einer „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ und warnte vor steigenden Umwelt- und Wirtschaftskosten.

Die gelockerten Vorschriften bieten Unternehmen und Rechenzentrumsbetreibern mehr Zeit und Spielraum. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Änderungen den Umweltschutz schwächen und die Emissionen steigen lassen könnten. Die Entscheidung der Bundesregierung wird nun maßgeblich prägen, wie Unternehmen in den kommenden Jahren mit Energieeffizienz umgehen.

Quelle