Bundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und auf Fünf-Cent-Beträge runden
Michaele LindnerBundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und auf Fünf-Cent-Beträge runden
Die deutsche Bundesbank hat einen neuen Vorschlag vorgelegt, nach dem Bargeldzahlungen künftig auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag gerundet werden sollen. Damit würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen schrittweise abgeschafft, deren Herstellung teuer ist und die kaum noch genutzt werden. Viele Deutsche scheinen die Änderung zu befürworten – 56 Prozent sprechen sich dafür aus, die kleinen Münzen komplett abzuschaffen.
Das Vorhaben orientiert sich an ähnlichen Systemen, die in anderen europäischen Ländern bereits etabliert sind. Finnland und die Niederlande runden Bargeldtransaktionen seit Langem auf, und sollte der Plan umgesetzt werden, würde Deutschland damit zu mehreren EU-Nachbarn aufschließen.
Nach dem vorgeschlagenen System würden kleine Bargeldbeträge auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag angepasst. Ein Preis von 3,99 Euro würde auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Die Bundesbank argumentiert, dass dies die Produktions- und Handhabungskosten für die kaum genutzten Kleinstmünzen senken würde, die oft ungenutzt in Sparschweinen landen.
Die Idee ist in Europa nicht neu: Finnland rundet Bargeldzahlungen seit Jahren auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag. Andere Länder wie die Niederlande, die Slowakei und Irland haben ähnliche Regelungen eingeführt. Selbst in Deutschland ermöglichen bereits einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ihren Kunden, Zahlungen auf den nächsten Zehn-Cent-Betrag aufzurunden – der Differenzbetrag kommt dann wohltätigen Zwecken zugute.
Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 ergab, dass Ein- und Zwei-Cent-Münzen kaum noch im Umlauf sind. Stattdessen häufen sie sich in Haushalten an, ohne einen nennenswerten praktischen Nutzen zu haben. Da in Deutschland noch immer etwa die Hälfte aller Ladenzahlungen in bar getätigt wird, könnte die Umstellung den Zahlungsverkehr für Verbraucher und Händler vereinfachen.
Bis März 2026 werden mindestens fünf EU-Länder – Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Irland – gesetzliche Regelungen zur Rundung von Bargeldbeträgen haben. Belgien führte die Rundung 2019 zunächst freiwillig ein, bevor sie 2024 verbindlich wurde, während Frankreich Ein- und Zwei-Cent-Münzen für Zahlungen über 1,50 Euro komplett abschaffte. Die Niederlande erlauben Händlern die freiwillige Teilnahme, und Irland rundet nur Beträge über 1,00 Euro.
Der Vorschlag der Bundesbank würde Bargeldzahlungen vereinfachen und die Abhängigkeit von Kleinstmünzen verringern. Bei einer Umsetzung würde Deutschland sich an andere europäische Länder angleichen, die solche Rundungssysteme bereits nutzen. Zudem könnten die Kosten für Unternehmen und Banken sinken, die mit Kleingeld hantieren müssen.






