30 March 2026, 08:24

Betreiber von Mega-Datei-Hosting steht wegen Millionen-Umsatz mit Raubkopien vor Gericht

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Illegale Verbreitung von Filmen und Serien: Zwei Jahre auf Bewährung in Aachen - Betreiber von Mega-Datei-Hosting steht wegen Millionen-Umsatz mit Raubkopien vor Gericht

Ein 59-jähriger Betreiber eines großen Datei-Hosting-Dienstes steht in Deutschland wegen der Ermöglichung illegaler Downloads urheberrechtlich geschützter Filme und Serien vor Gericht. Der Fall unterstreicht die harte Haltung des Landes gegenüber Online-Piraterie – die Staatsanwaltschaft fordert eine zweijährige Bewährungsstrafe. Über ein Jahrzehnt hinweg soll der Dienst mehr als 64 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet haben.

Zwischen 2008 und 2019 betrieb der Angeklagte eine Plattform, auf der Nutzer gegen Gebühr geschützte Inhalte hochladen und herunterladen konnten. Auf dem Höhepunkt speicherte der Dienst bis zu 20 Millionen Gigabyte an Daten. Ermittlern zufolge wurden allein zwischen Oktober 2014 und Oktober 2019 über 30.000 urheberrechtlich geschützte Werke ohne Genehmigung verbreitet.

Die Anklage plädierte für eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung und verwies dabei auf das Ausmaß des Geschäftsmodells sowie die erzielten Gewinne. Die Verteidigung hingegen schlug eine mildere Strafe von einem Jahr und elf Monaten vor. Das Urteil des Gerichts steht noch aus.

Deutschland geht seit Langem strenger gegen Online-Piraterie vor als viele andere EU-Staaten. Seit 2008 versenden Behörden jährlich zehntausende Abmahnungen (rechtliche Verwarnungen), und bis 2026 wird mit einem Anstieg von Razzien um 40 Prozent gerechnet. Prominente Abschaltungen wie die von movie2k.to im Jahr 2013 spiegeln diese verschärfte Vorgehensweise wider. Während andere EU-Länder vor allem Anbieter durch Löschungen ins Visier nehmen, setzt Deutschland besonders auf individuelle Sanktionen – so die Berichte des EUIPO und der GVU.

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EU-weit steigt unterdessen die Nachfrage nach illegalen Streams, insbesondere für Events wie die Formel 1 oder die WM 2026. Durch Europol koordinierte Maßnahmen haben zwar die grenzüberschreitende Bekämpfung von Piraterienetzwerken verbessert, doch die Durchsetzungsstrategien unterscheiden sich zwischen den Mitgliedstaaten weiterhin deutlich.

Der Prozess verdeutlicht Deutschlands konsequentes Vorgehen gegen digitale Urheberrechtsverletzungen. Mit dem noch ausstehenden Urteil könnte der Fall weitere Maßstäbe für die Ahndung illegaler Tauschbörsen setzen. Die Bilanz des Landes bleibt eine der strengsten in der EU – ein Kontrast zu den breiteren regionalen Trends.

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