Bergisch Gladbach ringt um OGS-Plätze trotz Rechtsanspruch ab 2026
Bergisch Gladbach kämpft mit Engpässen bei der Offenen Ganztagsschule – trotz Rechtsanspruch ab 2026
Trotz eines neuen gesetzlichen Anspruchs auf einen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS) für Erstklässler ab 2026 herrscht in Bergisch Gladbach ein Mangel an Betreuungsplätzen. Zwar strebt die Stadt eine vollständige Versorgung bis 2029 an, doch derzeit werden nur 77 Prozent des Bedarfs gedeckt. Eltern sorgen sich zunehmend um die Platzvergabe, während Schulen vor begrenzten Kapazitäten und unklaren Vergaberichtlinien warnen.
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Erstklässler in Bergisch Gladbach zwar einen gesetzlichen Anspruch auf einen OGS-Platz – doch selbst dieser garantiert noch lange keine Betreuung. An drei Grundschulen – der GGS Heidkamp, der GGS Moitzfeld und der KGS Frankenforst – fehlen bereits jetzt Plätze: 23, 10 bzw. 7. Stadtweit reicht die Kapazität zwar formal für die Erstklässler aus, doch an vielen Schulen übersteigt die Nachfrage das Angebot weiterhin.
Eltern müssen bis Dezember 2025 auf aktualisierte Aufnahmekriterien warten, die endgültigen Zusageentscheidungen fallen erst Ende März 2026. Wie viele OGS-Plätze im kommenden Jahr tatsächlich zur Verfügung stehen, kann die Stadt erst ab November 2025 abschätzen. Zwar gab es im Schuljahr 2025/26 an einigen Schulen noch freie Plätze, doch die Verfügbarkeit kann sich kurzfristig ändern.
Um die Engpässe zu mildern, plant die Stadt zusätzliche Anmietungen, Baumaßnahmen und eine bessere Auslastung bestehender Räume. Doch einige Projekte werden erst Ende 2028 oder später abgeschlossen. Unterdessen hatten zwei Familien im Schuljahr 2025/26 gegen Ablehnungen geklagt – mit gemischtem Erfolg: Ein Fall wurde stattgegeben, der andere abgewiesen. Die Stadt erfasst jedoch nicht, welche Schulen Bewerber abweisen oder wie viele Kinder betroffen sind.
Bei der Platzvergabe haben Erstklässler mit Rechtsanspruch zwar Vorrang, doch Träger und Schulen warnen weiterhin vor begrenzten Kapazitäten. Ohne transparentere Zahlen oder schnellere Ausbaupläne dürften viele Familien weiterhin Schwierigkeiten haben, einen Betreuungsplatz zu sichern.
Das Ziel der Stadt, bis 2029 eine vollständige OGS-Versorgung zu erreichen, lässt vorerst eine Lücke. Eltern müssen sich auf Verzögerungen bei der Bekanntgabe der Aufnahmekriterien und der endgültigen Platzvergabe einstellen. Bis weitere Plätze geschaffen werden, bleibt der Wettbewerb um die Offene Ganztagsbetreuung in Bergisch Gladbach hart umkämpft.






