Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus
Evi HeuserWenn es grün ist, hoppe weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus
Mehrere bayerische Städte haben ihre standardmäßigen Fußgängerampelfiguren durch lokale Kulturikonen ersetzt. Mit dieser Maßnahme soll die regionale Identität gefeiert und der Straßenübergang gleichzeitig unterhaltsamer gestaltet werden. Die Bewohner begrüßen den kreativen Wandel, auch wenn nicht alle Vorschläge reibungslos genehmigt wurden.
Der Trend begann mit kleinen, aber auffälligen Änderungen. In Nürnberg zeigt die Fußgängerampel nun Albrecht Dürers berühmten "Feldhasen" – eine Hommage an das künstlerische Erbe der Stadt. München folgte mit drei "Pumuckl"-Ampeln, die die beliebte Kinderbuchfigur abbilden. Straubing entschied sich derweil für den "Bruder Straubinger", eine lokale Volksfigur, während in Dachau die Ampelmännchen in traditioneller bayerischer "Tracht" zu sehen sind – ein Projekt, das lediglich 300 Euro für Schablonen und Design kostete.
Andere Städte setzten sich für eigene Symbole ein. Der Vorschlag von Hof, einen "Wärschtlamo" – einen Würstchenverkäufer im lokalen Dialekt – abzubilden, wurde 2021 zunächst von der Regierung Oberfrankens aus Sicherheitsbedenken blockiert. Nach einer Überarbeitung des Entwurfs gab es in diesem Jahr schließlich grünes Licht. Die Ampel in Deggendorf zeigt nun eine Frau, die Knödel wirft – eine verspielte Anspielung auf die regionale Küche. Augsburgs "Kasperl", eine traditionelle Puppenfigur, benötigte vor der Installation eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben.
Nicht alle stehen hinter der Umstellung. Das bayerische Innenministerium warnt wiederholt vor individuell gestalteten Ampeln und argumentiert, dass standardisierte Figuren eine sofortige Wiedererkennung und damit mehr Sicherheit gewährleisten. Trotzdem erhielten seit 2017 mindestens vier Städte – Coburg (mit seiner "Rostbratwurst"), München, Nürnberg und Hof – offizielle Genehmigungen für ihre Entwürfe.
Die modifizierten Ampeln sind zu einer humorvollen Möglichkeit geworden, mit der Städte ihren lokalen Stolz zur Schau stellen. Zwar verzögerten sich einige Vorschläge aufgrund regulatorischer Hürden, doch die genehmigten Designs verleihen den alltäglichen Straßenübergängen nun eine Prise regionalen Charme. Die Debatte über Sicherheit versus Kreativität bleibt auf Landesebene jedoch weiterhin ungelöst.






