250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland
Traudl Gertz250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und Femizide in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt zu bekämpfen. Zu der Initiative gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für Rechtsreformen und strengere Schutzmaßnahmen einsetzen. Ihre Forderungen konzentrieren sich auf digitale Sicherheit, Zustimmungsgesetze sowie die Anerkennung von Femizid als eigenständiges Straftatbestand.
Die Allianz fordert ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", mit denen Menschen auf Fotos ohne ihr Einverständnis entkleidet werden. Zudem sollen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes unter Strafe gestellt werden. Die zügige Löschung schädlicher Online-Inhalte und eine bessere Identifizierung von Tätern sind zentrale Elemente des vorgeschlagenen Digitalen Schutzgesetzes.
Die Frauen drängen Deutschland dazu, im Sexualstrafrecht ein Modell der ausdrücklichen Zustimmung ("Only Yes Means Yes") einzuführen. Demnach würde nur eine explizite Einwilligung als rechtlich bindend gelten. Eine weitere zentrale Forderung ist die Aufnahme von Femizid als eigenständigen Straftatbestand ins Strafgesetzbuch.
Zu den bekannten Unterstützerinnen der Kampagne zählen SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Schauspielerin Veronica Ferres. Auch TV-Moderatorin Carolin Kebekus, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer beteiligen sich an der Initiative.
Die deutsche Regierung hat bereits Schritte gegen geschlechtsspezifische Gewalt unternommen. 2021 wurde das Gewaltschutzgesetz verschärft, um den Opferschutz zu verbessern. Anfang 2026 debattierte der Bundestag einen Antrag der Grünen, Femizide gesondert zu erfassen – eine endgültige Entscheidung steht jedoch bis März 2026 noch aus.
Der Zehn-Punkte-Plan zielt darauf ab, rechtliche Lücken zu schließen und den Schutz von Frauen zu stärken. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie die Art und Weise verändern, wie Deutschland mit digitalem Missbrauch, Einwilligung und geschlechtsspezifischen Tötungsdelikten umgeht. Die Regierung hat auf die aktuellen Forderungen des Bündnisses bisher noch nicht abschließend reagiert.






